Vorbereitungstipps: Nr 4 - Pacing Strategie – Die Kräfte im Rennen richtig einteilen

Tipps von Sportwissenschaftlerin Dr. Antje Peukert vom Olympiazentrum Vorarlberg


Jeder Radfahrer kennt das, kaum fällt der Startschuss rollt das Feld davon und meist ist das Anfangstempo höher als beabsichtigt. Am Anfang fühlt man sich noch frisch und glaubt die paar mehr an km/h gut verkraften zu können, aber zumeist dauern die Rennen länger und dann stellt sich die Frage, ob die Kraft am Ende ausreicht.

Was ist nun aber die richtige Strategie? Lieber am Anfang die Kräfte sparen und am ersten Anstieg auf Attacke gehen oder besser am Berg verhalten fahren und dann in der Ebene wieder Gas geben? Reserven bis zum letzten Drittel des Rennens schonen oder lieber am Anfang mit der Spitze mitgehen? Pacing bedeutet übersetzt Tempoeinteilung oder anders gesagt: die bestmögliche Zeit über die jeweilige Strecke erreichen.

Aus zahlreichen Rennanalysen konnte geschlussfolgert werden, wer mit einer nahezu konstanten Leistung durchfährt ist schneller im Ziel. Wer hingegen im Rennverlauf zu oft an seinem Limit fährt, provoziert einen rapiden Leistungsabfall im späteren Rennverlauf. Die Analyse vieler Renndaten von Profi- und Hobbysportlern konnte zeigen, dass Spitzenfahrer im letzten Drittel des Rennens annährend die gleiche Leistung abrufen konnten, wie in den ersten Anstiegen. Ein Aufschluss über die individuelle Leistung, die über längere Zeit gut durchgehalten werden kann, kann über einen sogenannten Critical Power Test ermittelt werden.


Physiologisch gesehen versucht der Körper während intensiver Belastungen immer noch ein paar Reserven für den Notfall zu sparen. Ganz nach dem Grundsatz: Völliges Versagen vermeiden. Es ist ein Spiel mit dem Feuer – gibt man einen Tick zu viel, überzockt man, ein Tick zu wenig und man bleibt unter seinen Möglichkeiten!

Physikalisch gesehen ist es ebenfalls nicht unbedingt sinnvoll die höchste Leistung in den Abfahrten zu entfalten. Vielmehr lohnt es sich zu Beginn der Abfahrt richtig zu beschleunigen. Ist man in der Lage zügig über die Bergkuppe hinweg zu beschleunigen, kann man eine steilere Abfahrt im Rollen genauso schnell meistern, wie ein anderer Fahrer, der langsamer über die Kuppe fährt und hat dadurch mehr Zeit zum Erholen.


Rennrad oder auch Mountainbikewettkämpfe werden also meistens über eine konstante Leistung bzw. über die erbrachte Leistung im letzten Drittel des Rennens entschieden (siehe Matthias Brändle im Stundenweltrekord – Rennen).


Ist der Kurs jedoch von vielen Ecken, Wenden und technischen Passagen mit vielen Beschleunigungen gespickt ist häufig auch ein cleverer Mix aus Beschleunigung und konstantem Tempo rennentscheidend. Dies sollte natürlich im Training vorher auch schon fester Bestandteil vieler Einheiten gewesen sein!

Olympiazentrum Dornbirn


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